Verunsicherung

Seit Tagen überlege ich, mit welchem Thema ich mich in meinem nächsten Beitrag beschäftigen möchte. Es gibt zu viele und alle haben eins gemeinsam: Verunsicherung.

Noch nie kamen unsere Vorstellungen, Wünsche, Ziele oder Hoffnungen so sehr ins Wanken wie in den letzten Wochen. Zwar versuchen alle, besonders die Wirtschaft, in Richtung Normalität zu gehen, aber die Menschen ziehen nicht mit. Zumindest nicht in meinem Alter mit Ü60. Es gibt zu viele Unsicherheiten, egal welche Überlegungen man gerade anstellt.

Zwar finden wieder mehr Sozialkontakte statt, aber alles andere verläuft noch schleppend – zumindest bei mir. Darf man verrreisen? Wenn ja, wohin? Und womit? Der Wunsch rauszukommen ist riesig, vor allem wenn man monatelang durchgearbeitet hat und Erholung braucht.

In meinem Umfeld drehen sich fast alle Gespräche um die bevorstehenden Sommerferien. Viele müssen erst einmal den Frust über geplatzte Buchungen, verlorenes Geld und andere Unannehmlichkeiten verkraften, bevor sie erneut ein Wagnis eingehen.

Kontaktaufnahmen zu Freunden im Ausland zeigen, dass trotz der geöffneten Grenzen noch in keinem Land so etwas wie normaler Alltag herrscht. Teile Italiens darben vor sich hin, den Menschen geht es schlecht, aber das ist keine Nachricht mehr wert.

Auf Mallorca sind die Inselbewohner sauer auf den Post-Corona-Probelauf mit deutschen Touristen. Keiner versteht, dass die Festlandspanier nicht auf die Insel dürfen, obwohl sie dort zum Teil Familie haben, Touristen aber willkommen sind…

Dann die ständige Berichterstattung über einen Covid19-Schlachthof-Hotspot in Deutschland. Warum sind alle so überrascht? Wie sonst lassen sich Schleuderpreise für Fleisch erklären? Und ich frage mich, wann ich es endlich schaffe Vegetarierin zu werden…

So führt eins zum anderen und plötzlich werden alle meine Gedanken zu Grundsatzfragen stilisiert:

Was darf, soll, kann oder muss ich als Teil dieser Gesellschaft in einer solchen Phase? Wie weit geht meine Verantwortung? Oder bin ich einfach nur mir selbst gegenüber Rechenschaft schuldig?

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