Zurück? Zurück!

Nach monatelangem Schweigen verspüre ich endlich wieder den Impuls, mich zu Wort zu melden.

Die Welt hat sich inzwischen nicht verändert – im Gegenteil – Trump hat gerade mit Israel den Iran angegriffen – und rund um den Globus jagt eine Krise die nächste… mit mir als stummer Zuschauerin.

Gegen Ende des vergangenen Jahres hielt ich diese vertrackte Rolle kaum noch aus, leistete fleissig Abbitte und spendete ebenso fleissig. Mehr fiel mir nicht ein.

Meine steigende Fassungslosigkeit angesichts all dieser Gewalt, des Terrors und der schwindenden Rechtsstaatlichkeit in so vielen Ländern lässt mich an meine eigene Jugend erinnern, als wir den nörgelnden “Alten” mit ihrer ständigen Litanei über all das Schlechte in der Welt nur noch ein Augenrollen abgewinnen konnten. Dann auch noch ihre Rührseligekeit, immer den Tränen nahe.

Nun stehe ich selbst auf dieser Seite und wundere mich, wie ich dahin gekommen bin. Aber vielleicht ist Altern genau das. Wundern, sich ständig über alles wundern. Ein seltsames Wort. Oft wird es gleichgesetzt mit Staunen und impliziert eigentlich Neugierde oder Offenheit. Es kann aber auch als Bedrohung und Warnung verstanden werden: “Du wirst dich noch wundern…”.

Ich assoziiere damit: “Mich wundert, dass ich so fröhlich bin”, ein Spruch dessen Herkunft nicht ganz geklärt, aber irgendwo im 15. Jahrhundert angesiedelt ist. Bekannt wurde er für mich vor allem durch Johannes Mario Simmel, ein Schriftsteller aus meiner Jugendzeit, der eigentlich viel zu sagen hatte, den ich aber – ohne ihn je gelesen zu haben – einfach abstempelte, weil ihn die “Alten” lasen. Für uns “Junge” kam da nur der Karikaturist F.K. Waechter in Frage, der einen Sammelband mit nahezu identischem Titel veröffntlicht hatte.

Und nun wundere ich mich, wie ich auf diese alten Bücher komme…

Bildnachweis: Pixabay hochgeladen von Tumisu am 30.August 2015

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