Sommerzeit

Der Sommer ist da – endlich. Ich liebe diese Jahreszeit, aber die aussergwöhnliche Hitze schränkt mich etwas ein.

Normalerweise verbringe ich diese Tage des Jahres gerne in einer alten Badi am See. Es ist ein bisschen ein „Show-place“. Sehen und gesehen werden, aber mich stört das nicht, ich liege da und mache mir so meine Gedanken. Um alles und nichts. Was aus mir geworden ist – nein, nicht beruflich – ganz einfach: was für ein Mensch bin ich im Laufe meines Lebens geworden?

Rein äusserlich: alt, faltig und rund. Immer ein paar Kilos zuviel auf den Hüften, das war schon früher so, es hat sich also nichts geändert. Vom Persönlichkeitstyp her falle ich wohl eher unter die Kategorie „Stänker- oder Meckerliese“. Ich übe oft Kritik, beäuge alles skeptisch und kritisch. Rege mich über Politik, Gesellschaft oder Nachbarn auf und lasse das auch gerne raus. Dann gibt es da aber auch noch diese andere Seite: klein und verwundbar fühle ich mich dann. Auch diese Seite hat sich im Laufe meines Lebens nicht verändert. Ist sie im Anmarsch ziehe ich mich in mein Schneckenhaus zurück und schaue mir die Welt aus dieser Perspektive an. In einer solchen Phase fällt mir meine Lieblingsbeschäftigung oft schwer: das Lesen. Dann sprechen mich nur wenige Themen an, Romane erscheinen mir oft zu konstruiert, nicht echt – einfach lebensfremd. Irgendwann, irgendwie finde ich den Weg zurück in meine geliebte Hektik…

Aber mal ganz ehrlich: ist das ein gelungenes Fazit eines Lebens? Meines Lebens? Festzustellen, dass man letztendlich so geblieben ist, wie man schon immer war?

Klar, diese Züge haben sich über die Jahre hinweg in unendlich vielen Facetten gezeigt, es ist unglaublich, wieviele Varianten man sich ausdenken kann, aber wieso erkennt man erst so spät, dass alles eine Wiederholung ist? Und: macht das einen Sinn?