Aus der Arbeitswelt fallen: Teil 1

Ich hatte mit 50 die Chance beruflich noch einmal so richtig durchzustarten, konnte in einen wunderbaren Beruf zurückkehren, mich neu erfinden, eine Dienstleistung aufbauen und anbieten, die in einem bekannten Unternehmen sehr geschätzt wurde.

10 Jahre lief alles wie am Schnürchen: Meetings, Fortbildungen, Jahresziele, Teambildung, nette Kollegen und unterhaltsame Kaffeepausen.

Es hätte einfach so weiter gehen können, bis zur regulären Pensionierung.

Doch dann das AUS. Von plötzlich kann keine Rede sein, über Monate bahnte es sich seinen Weg. Der Abteilungsleiter, ein äusserst arbeitsscheuer Mensch, hatte schon „erfolgreich“ Frauen wie Männer aus dem Kollegenkreis in die Kündigung oder psychische Erkrankung getrieben. Mobbing und Burn-out sind die aktuellen Schlagworte dafür.

Dass es noch schlimmer kommen würde, konnte sich keiner vorstellen…

Trotz Meldung an vorgesetzte Stellen wurden durch Restrukturierungen (ein beliebtes Wort in diesem Umfeld) noch weitere langjährige Mitarbeiter dem Arbeitsmarkt „wieder zugeführt“. Die Verbandelung zwischen höheren Etagen und den Entscheidungsträgern in diesem Unternehmen ist (auch zum aktuellen Zeitpunkt) bekannt und die Machterhaltung einzelner Posteninhaber ist wichtiger als das Wohl der Untergebenen –  so die gefühlte Stimmung unter den Mitarbeitern.

<Hinweis: Ähnlichkeiten mit der Arbeitsrealität in anderen Unternehmen sind rein zufällig>

Trotz allem, ich war noch da. Bis die neue Teamleiterin kam. Es wäre so leicht zu schreiben: jung und dynamisch. Nein, alt und unqualifiziert, aber erfolgreich, was subtiles Agieren, sozusagen „negatives Networking“ betrifft.

So kam es zur Kündigung.

Das plötzliche AUS für mich. Ein auf den anderen Tag. Heute noch eine engagierte Berufsfrau mit viel Erfahrungswissen, sowie Ideen und Visionen für die Zukunft; dann plötzlich in Tränen aufgelöst zuhause. Allein.

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