Mobilität

Wenn man von Mobilität spricht, denkt man in unserem Alter automatisch an unsere körperliche Verfassung und was unser Bewegungsapparat noch zu leisten vermag. Mir geht es aber um die Frage, wie sich Ü60 Menschen fortbewegen und unterwegs sind, die verkehrstechnische Seite also.

In unserem Umfeld taucht dieses Thema mittlerweile immer häufiger auf und kann zu aufgeladenen Diskussionen führen. Die einen setzen radikal auf ÖV, andere dagegen leisten sich plötzlich nach der Pensionierung eine Luxuskarre und wieder andere stehen vor dem Problem, ihr altes Auto ersetzen zu müssen.

Letztendlich geht es dann immer um die Entscheidung zwischen Elektroauto oder dem vertrauten Verbrennungsmotor, den die EU ab 2035 verbieten möchte. Für mich eine schwere Entscheidung.

Natürlich hängt dies auch mit den Lebensumständen zusammen. Wer wie ich seine Familie in Deutschland verteilt lebend hat, steht vor einem echten Dilemma. Jeder weiss, was es heisst dort mit der Deutschen Bahn unterwegs zu sein. Zugausfälle, Verspätungen und Platzmangel sind nur ein Teil des Problems. Wer dann noch aufs Land muss, ist dort ohne Auto aufgeschmissen, denn diese schweizerische hervorragend getaktete Infrastruktur im öffentlichen Verkehr hat Deutschland nicht annähernd zu bieten.

Apropos Infrastruktur:

Ich durfte letztens mit einer Bekannten Erfahrungen in Sachen E-Auto und Ladestationen machen.

Wir fuhren gemeinsam in ihrem komfotablen neuen E-Auto, das immerhin eine Reichweite von 500 km vorgaukelt nach Deutschland. Da ich gerne, wenn es sich mir bietet, all den Luxus wie Sitzheizung oder Handylademöglichkeit in Anspruch nehme, waren wir nach kurzer Zeit bei 300 km Reichweite, hatten die Schweiz aber noch lange nicht hinter uns.

Das Auto bietet auf einem Riesendisplay per Touchscreen (sehr tricky während des Fahrens, weil gefährlich), die Möglichkeit Ladestationen ausfindig zu machen. Allerdings hatte dieser Landstrich gerade keine vorzuweisen. Es war kalt, wir drosselten die Heizung und hofften auf Erlösung im Musterländle Baden-Württemberg. Nach einer halbstündigen Suche (quer durch eine Stadt) fanden wir endlich eine als frei gemeldete Ladesäule. Allerdings parkte dort ein ganz „normales“ Auto. Also hiess es weiter herumirren. Irgendwann wurden wir fündig, standen inmitten eines Niemandlandes und mussten dort 1 Stunde warten bis diese blöde Batterie eine Dröhnung hatte, mit der wir uns wieder auf die Autobahn trauten.

Letztendlich ging alles gut. Die Fahrt, die normalerweise etwa 4 Stunden dauert verlangte uns 7 Stunden Geduld ab, was aber auch am üblichen Stau auf deutschen Autobahnen lag.

Mein Fazit: Nie wieder E-Auto! Dabei habe ich meine ökologischen Bedenken in Bezug auf Batterieherstellung, Entsorgung und Stromverbrauch noch gar nicht in diesen Text einbezogen.

Wie ist eure Haltung zu diesem Thema?

Bildnachweis: Pixabay am 08.09.2017 hochgeladen von geralt

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