Schlechte Laune

Heute morgen bin ich aufgewacht und spürte sofort: heute ich habe richtig schlechte Laune – aber so was von.

Ich tigere durch die Wohnung, verpasse dem Altpapierstapel einen kleinen Tritt, werfe herumliegende Kleidungsstücke unbesehen in den Sammelsack – sieht ja eh alles sch… aus und „besinne“ mich dann auf meine „Grundfähigkeiten“ .

Da sitze ich nun auf dem Sofa, aber keine dieser Fähigkeiten will sich zeigen. Meine sogenannte Kommunikationsfähigkeit ist gleich Null, auf jede Whatsapp Nachricht reagiere ich gereizt und antworte erst gar nicht, denn alle anderen haben es sowieso besser als ich. Punkt.

Nach einer längeren Überwindungsphase atme ich tief ein (!) und gehe im Geiste sämtliche Ratschläge aus der Alltagspsychologie durch, die eventuell irgendwo in meinem Hirn abgelegt sind. Ausatmen nicht vergessen…

Rausgehen – genau!

Draussen ist es auch nicht besser. Ich treffe nur auf gut gelaunte Menschen, aber deren Glück möchte ich nicht sehen. Also schnell zurück in meine Höhle.

Dann plötzlich dieser Impuls, der Wunsch alte vertraute Musik zu hören. Querbeet, lauter Hits, die emotional besetzt sind. Von Van Morrison, Earth Wind & Fire zu Santana und Steely Dan. Und laut muss es sein, sehr laut!

Nach 30 Minuten ist der Spuk vorbei und ich fühle mich wieder wohl. Aber was war das nur?

Man sagt ja alten Leuten nach, dass sie in der Vergangenheit leben und den Bezug zur Realität nicht mehr herstellen können. Immer mit diesen *alten Zeiten* anfangen…

Habe ich nun diesen irreversiblen Punkt erreicht? Das Verklären von Jugenderinnerungen? Ist es schon soweit?

Ein Gedanke zu „Schlechte Laune

  1. Gabi

    Ach was. Das kann auch mal hormonell sein. Immer noch. Oder dir fehlt einfach ein Stückchen Schokolade. Das ist es oft bei mir 🙂 Aber solange wir immer wieder rausfinden aus der bescheidenen Befindlichkeit…. ist noch Hoffnung da! LG Gabi

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